Schon seit etwa zehn Jahren ist die Entwicklung der Zahlen von Zwangsversteigerungen rückläufig. Dahinter stecken niedrigere Zinsen und der damit verbundene Boom an neuen Immobilien, insbesondere in den Ballungszentren. Das etablierte Wirtschafts Magazin Die WirtschaftsWoche berichtete bereits Anfang Februar 2019: Steigende Zinsen könnten diesen Trend zunichte machen

2018 nur 18449 Immobilien zwangsversteigert

Der Ratzinger Fachverlag Argetra recherchierte: Die im Jahr 2018 in Deutschland zwangsversteigerten Immobilen hatten zusammen einen Verkehrswert von etwa 3,85 Milliarden Euro. Verglichen mit den Zahlen von 2017, so stellte das Wirtschafts Magazin fest, sind die Zahlen weiter gesunken. Allerdings geht es hier nicht um alle Immobilien, die zwangsversteigert werden sollten: Jedes zweite eröffnete Zwangsversteigerungsverfahren konnte eingestellt werden, weil die betroffenen Immobilien schon vor der Zwangsversteigerung verkauft werden konnten.

Deutsche Wirtschaft zeigt klaren Trend: Kleine Häuser und Wohnungen

Was Mieter und Mieterinnen seit einigen Jahren schon berichten, konnte hier wieder beobachtet werden: Die Deutsche Wirtschaft ist reich an kleineren Eigentumswohnungen und Ein- oder Zweifamilienhäusern. Diese machten gut zwei Drittel der zwangsversteigerten Immobilien aus. Der Hintergrund der Versteigerungen waren häufig Streitigkeiten zwischen Erben und Geschiedenen. Was aber, wenn die Deutsche Wirtschaft so weiterläuft wie bislang? Die Zinsen werden irgendwann wieder steigen, und dann wird es auch wieder zu mehr Zwangsversteigerungen kommen. Besonders brisant: Die einzelnen Immobilienmärkte entwickeln sich derzeit ganz unterschiedlich. Während Immobilien in den Ballungszentren weggehen wie heiße Semmeln, lassen sich Immobilien in ländlichen Gegenden gar nicht oder nur schwer verkaufen.